Bitte nicht einigeln!

Olli kennt man im als IgelchenM. Er hat die beiden Spiele Braintainment und Memory gebaut und ist somit Meister des Gehirnjoggings bei Knuddels.

App Entwickler - IgelchenM

Huhu Olli! Wie bist du dazu gekommen die App Braintainment zu schreiben?

Hallo Sascha,

„Meister des Gehirnjoggings“ ist eine schöne Bezeichnung – Danke dafür, allerdings sehe ich mich nicht so! Aber trotzdem ist etwas Wahres dran, denn es macht mir sehr viel Freude Apps zu programmieren, die einen auf geistiger Ebene fordern. Mal schauen, vielleicht werde ich ja mal eine App programmieren, die Spaß macht und nichts mit geistiger Leistungsfähigkeit zu tun hat!

Die Frage, wie ich zu Braintainment gekommen bin, ist nicht so schnell erklärt, aber ich versuche mich aber kurz zu halten. Braintainment ist dem Leitgedanken entsprungen, das „Geilste Quiz der Welt“ zu erschaffen. Dazu war und ist es mir wichtig die besten Funktionen aus diversen Quizspielen und -shows zusammenzufügen.

Da Unterhaltung und Wissen die Kernelemente sind, die mich an Quizshows fesseln, war auch schnell ein Name gefunden Braintainment – zusammengesetzt aus Brain und Entertainment. Doch ein Name allein genügt nicht – es muss ja auch ein Spielprinzip her. Klar war mir nur, dass ich nicht ein Spiel haben möchte, welches wie das Quiz in Knuddels.de funktioniert – da dort eben immer die Hürde bestand, nicht schnell genug die richtige Antwort parat zu haben. Mit diesem Kritikpunkt kam mir dann die Idee es ähnlich wie „Wer wird Millionär“ aufzubauen: 4 Antwortmöglichkeiten zu Fragen, die sich nach und nach in der Schwierigkeit steigern, nur eben ohne die Möglichkeit eine Millionen Knuddel zu gewinnen Zwinkernder Smiley.

Da ich aber auch lange Zeit „Quizduell“ gespielt habe und mir klar ist, dass die soziale Komponente noch im Channel fehlt, wird es auch in Zukunft eine Funktion geben sich mit Freunden oder anderen Usern im Channel zu messen. Wann ich allerdings diese Duellfunktion fertig gestellt habe, ist leider noch nicht in Stein gemeisselt – wird aber noch kommen. Bis dahin könnt ihr ja Braintainment als „Trainingslager“ nutzen sm_02.

Wie stehst du zum Thema „Konkurrenzkampf“? Immerhin gibt es mit dem KopfTrainer ja noch eine andere Quiz-App.

Konkurrenzkampf ist gut und belebt das Geschäft – sagt man und es ist wirklich so. Natürlich ist KopfTrainer eine gute Quizalternative – dennoch haben beide Apps einen anderen Fokus, so dass man sich nicht die User abwirbt. Zumal es ja noch eine Wettbewerbsverzerrung gibt, da der KopfTrainer es durch das Quest-System momentan einfacher hat, neue Spieler für sich zu gewinnen.

Braintainment war eine der allerersten Apps und du hattest sie mit KCode im Channel umgesetzt, später bist du dann auf das neue HTML User Interface umgestiegen. Wie schwierig war diese Umstellung?

Hachja… Die Zeit, die ich mit der Umstellung des Spieles verbracht habe, war schon stressig. Einige graue Haare hat es mich schon gekostet, wenn ich ehrlich bin. Das liegt aber nicht an der API, sondern eher daran, wie viele tolle Möglichkeiten geboten wurden.

All diese neuen Möglichkeiten und das daher eingehend bessere Spielerlebnis führte aber auch dazu, dass ich fast 50% meines Codes nicht mehr verwenden konnte und dementsprechend neu geschrieben, strukturiert und durchdacht habe. Dies war mit meinem Perfektionismus manchmal gar nicht so einfach zu vereinbaren. Aber,… ich bin aber am Ball geblieben, weil ich wusste, dass die Spieler die Umsetzung von Braintainment im HTML User Interface definitiv zu schätzen wissen. So war es dann auch.

Im HTML User Interface läuft auch deine App Memory, die sich guter Beliebtheit erfreut. Hast du erwartet, dass Memory so beliebt wird?

Ehrlich gesagt habe ich damit nicht gerechnet. Das liegt aber daran, weil ich eben meine Spiele so programmiere, dass sie ohne den Einsatz von Knuddel spielbar sind und ich mich nicht persönlich mit den Knuddel bereichern möchte. Dies führt aber auch im Gegenzug dazu, dass eben keine großen Gewinne ausgeschüttet werden können. Und gerade der letzte Punkt mit den „Gewinnen“ ist oftmals ein Grund warum gerade Free2Play-Apps nicht so erfolgreich sind, wie z. B. die ganzen Glücksspiel-Apps.

Zudem hat gerade Memory eben das Image ein „Kinderspiel“ zu sein, was gerade bei der Gewinnung von jungen Spielern von Nachteil ist. Doch wider erwarten läuft Memory super. Zwar ist meine Nutzergruppe etwas älter, aber das ist nicht schlimm, denn im Channel herrscht im Allgemeinen ein sehr guter Mix aus jüngeren und älteren Generationen!

Was sind deiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren deiner Memory-App?

Die ansprechende optische Umsetzung mit viel Liebe zum Detail die sehr viel Zeit, Schweiß und Herzblut gekostet hat. Denn meiner Meinung nach ist es wichtig, dass das Auge auch Spaß an einem Spiel hat.

Zudem kommt hinzu, dass Memory fast jeder kennt und dementsprechend jeder genau weiß, was auf ihn beim Besuch im Channel erwartet.

Neben den genannten Punkten ist es aber auch wichtig, dass das Spielprinzip einfach, aber doch intuitiv zu begreifen ist. All diese drei Punkte würde ich gebündelt zu meinem „Erfolgskonzept“ erklären.

Du hast ja neuerdings auch eine Quest für Memory. Was musstest du alles an deiner App ändern, damit das möglich wurde?

Oha… Es hat sehr lange dauert bis ich endlich eine Quest für Memory bekommen habe. Das lag aber daran, weil ich eben in letzter Zeit sehr wenig Zeit für das intensive Programmieren hatte. Im Grunde war aber von vornherein klar, dass die App eine Quest verdient hat – da sie den Usern abwechslungsreiche Unterhaltung bietet.

Am Anfang war es allerdings nur möglich gegen sich selbst zu spielen und man versuchte, die eigene Bestleistung zu schlagen. Was fehlte war die soziale Komponente und aus diesem Grund habe ich dann meine App so umgestellt, dass es auch möglich ist gegen andere im Channel eine Partie Memory zu spielen. Dies war umständlicher als gedacht. Da ich jetzt nicht der typische Programmierer vor dem Herrn bin musste ich mich einigen Hürden stellen, doch dank der Mithilfe von anderen Programmierern und der Hilfe von Google wurde ein Problem nach dem anderen abgearbeitet.

Zudem gab es ein paar Situationen in denen ich darauf warten musste dass bestimmte Funktionen in die Knuddels API eingebunden wurden. Was aber nach kurzer Zeit glücklicherweise auch geschah!

Nachdem aber mein Grundkonzept aber überzeugte musste lediglich Feintuning betrieben werden – ein paar Veränderungen am Spielablauf die das Spielerlebnis verbessern hier, ein paar Effekte dort und schon wurde die App abgenickt und bekam die Quest.

Du hast in diesem Jahr viel bei der Programmierung dazu gelernt. Was würdest du Einsteigern raten, damit der Start in die Entwicklung besser gelingt?

Man kennt ja die typischen Anforderungen die z. B. an Bewerber gestellt werden. Ähnlich ist es, wenn ihr eigene Apps entwickeln wollt. Grobe Kenntnisse in HTML und CSS (für das HTML User Interface) und Grundkenntnisse in JavaScript sollten vorhanden sein, um kleinere Spielereien verwirklichen zu können.

Wichtig ist aber vor allem GEDULD und der WILLE Neues zu erlernen. Vorallem das Entwickler-Wiki im Zusammenspiel mit der API-Dokumentation sollte eure erste Anlaufstelle bei Fragen oder Problemen sein. Dort klären sich viele Fragen und Probleme von selbst und ihr findet viele nützliche Beispiele die euch bei der Realisierung eurer Ideen behilflich sind.

Wenn dort allerdings deine Fragen und Probleme nicht behoben werden können – nur nicht einigeln oder verstecken! Es findet sich immer ein hilfsbereiter Kollege der dir helfend unter die Arme greift. Doch sei dir bewusst, dass gerade bei kniffeligen Fragen und Problemen eine Antwort länger dauern kann und es an die Substanz geht, wenn etwas nicht so funktioniert wie es funktionieren sollte. Fehler finden oder auf Rückantworten von Entwicklerkollegen zu warten ist manchmal etwas Nervenaufreibend. Daher mein Ratschlag: „keep calm and be patient“!

Ich habe gesehen, dass Memory auf Android-Smartphones total gut funktioniert. Wie wichtig schätzt du die mobile Zielgruppe für die Zukunft ein?

Es gibt zwar noch ein zwei kleine Probleme gerade bei der Nutzung via Smartphones, doch in 99% der Fälle liegt das an zu langsamen Internetverbindungen. Doch Optimierungen sind dort schon im Gange. Was die mobile Zielgruppe angeht, ist es so dass man in der heutigen Zeit sich an den neuen Technologien konzentrieren und orientieren sollte damit man nicht von der Konkurrenz abgehängt wird. Smartphones werden immer leistungsfähiger und sind aus den Händen der Menschen nicht mehr weg zu denken. Schon jetzt ist es so, dass in meinen Apps fast 40% der Spieler die Apps über ihre Smartphones spielen. Daher ist es unabdingbar, sich die Mühe zu machen die eigene App für Smartphones zu optimieren. Auch wenn das harte Arbeit sein kann, so lohnt sich dies auf jeden Fall! Sei es der HTML-Chat, JavaChat oder die Android-App.

Mit welcher Neuerung bei den User Apps könnte Knuddels dich am glücklichsten machen?

Um weitere Nutzergruppen ansprechen zu können, wäre es richtig geil, wenn auch auf iOS Geräten es möglich wäre User Apps zu nutzen. Da dies allerdings nicht nur an Knuddels.de liegt, muss ich einfach abwarten und Tee trinken.

Deine Meinung ist gefragt:  Welche drei Apps gefallen dir momentan am besten?

Es gibt so viele gute Apps in Knuddels, die seit der Einführung der User Apps Ende 2014 wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Doch besonders herausragend finde ich SpaceKnuddelz. SpaceKnuddelz ist eine App die durch die geschickte Verwendung von JavaScript ein Retrogefühl aufkommen lässt – wie man es sonst nur von alten Videospielen oder Spielhallen kennt.

Neben SpaceKnuddelz ist auch Spot It eine richtig gute App die durch ihre simple Spielweise einen enormen Spaßfaktor bietet und den Drang aufkommen lässt seinen alten Rekord ständig zu knacken.

Als letztes in meiner Top 3 der besten User Apps würde ich Knuddel Adventure erwähnen. Ähnlich wie SpaceKnuddelz erinnert diese App an vergangene Tage und lässt das Arcadefeeling hochleben. Die unzähligen Levels bieten Abwechslung und garantieren langen Spielspaß.

So Olli, dann lass ich dich mal wieder weiter tüfteln und sage vielen Dank!

Danke Sascha für das nette Interview. Wir sehen uns beim nächsten Entwicklertreffen!

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